Archiv Gründer des Monats 2008
Januar/Februar 2008: trigamedia
Die zwei Jungunternehmer der halleschen Firma „trigamedia“ wollen vor allem eines: Menschen mit gemeinsamen Interessen zusammenbringen. Das machen die UNIVATIONS-Gründer Torsten Schaper und Stefan Person zum Beispiel über die Organisation von sportlichen Großveranstaltungen für Unternehmen in der Region, wie etwa der Mitteldeutsche Firmenlauf. Beim Pentathlon Projekt, das trigamedia bereits mehrfach an der Martin-Luther-Universität Halle sowie an der Technischen Universität Dresden veranstalteten, haben Studierende in Mitteldeutschland die Möglichkeit, sich vor zukünftigen Arbeitgebern zu präsentieren und namhafte Unternehmen wie Dell, Q-Cells AG oder BMW kennenzulernen. So sind Personalmarketing und Sportmarketing die beiden Eckpfeiler der im Januar 2006 gegründeten Firma. Neben der Entwicklung von Konzepten für das Pentathlon Projekt und für sportliche Erlebnistage, gehört die Ansprache und Auswahl von studentischen Bewerbern, das Gewinnen von Unternehmen, Partnern und Sponsoren sowie die Öffentlichkeitsarbeit, Planung und Durchführung der Veranstaltungen zu den Aufgaben der beiden Existenzgründer. Dabei ergänzen sich die ehemaligen Wirtschaftsstudenten optimal in ihren Kompetenzen. Während Torsten Schaper eher der kreativere Kopf ist, liegen die Stärken seines Partners Stefan Person vor allem im rationellen und kaufmännischen Denken. Im Frühsommer dieses Jahres planen trigamedia die so genannte „KarriereTour“, eine mobile Messe die regionale Unternehmen an 15 Hochschulen Mitteldeutschlands bekannt macht und über berufliche Zukunftsperspektiven in den drei Ländern informiert. Weitere Informationen und aktuelle Veranstaltungstermine unter www.trigamedia.de.
März 2008: Hunting High
Die Entwicklung innovativer Textilstoffe und deren Verarbeitung stehen im Mittelpunkt der Arbeit von HUNTING HIGH. Im Jahr 2007 aus dem UNIVATIONS-Netzwerk heraus gegründet, ist das Unternehmen heute in den Bereichen Textil und Modedesign tätig. Zum dreiköpfigen Team gehören die Diplom-Modedesignerinnen Susanne Zaspel und Isabel Fiedler sowie der Diplomingenieur Sandro Schleier, der sowohl das Studium der Innenarchitektur als auch der Architektur abschloss. Gemeinsam haben die Absolventen der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle einen innovativen Textilverbundstoff mit der Bezeichnung TEXABOND entwickelt, den das Trio auch selbst herstellt und vermarktet. Dabei handelt es sich um eine Verbindung von textilen Ausgangsstoffen mit unterschiedlichen Materialeigenschaften unter Verwendung von Siebdruck- und Bondingtechnologien. Je nach Kundenwunsch können verschiedene Designs in die Gestaltung des Produktes eingebracht werden. Den besonderen Textilstoff verwenden die Designer unter anderem bei ihren Modekreationen im Segment Prêt à porter, die sich unter anderem durch raffinierte Details sowie eine breitere Palette an Konfektionsgrößen von anderen Modeanbietern abheben.
So entwirft, entwickelt und vertreibt HUNTING HIGH topmodische Damenkollektion als Orderware sowie exklusive Einzelstücke für jeden Anlass. Die aktuelle Kollektion Herbst/Winter 2008/09 trägt die Bezeichnung "The Venus Star Club" und besteht aus 20 verschiedenen Einzelteilen und Accessoires. Derzeit wird die Kollektion über verschiedene deutsche Handelsvertretungen in den Handel gebracht. Ein eigener Online-Shop auf der Internetseite des Designerteams sowie weitere Vertriebswege sind gerade im Aufbau. Zudem planen die Jungunternehmer den Auftritt auf branchenspezifischen Messen wie etwa der „Designers Open 2008“ in Leipzig, bei der HUNTING HIGH bereits im vergangenen Jahr zu Gast war sowie auf der Messe „Bread & Butter“ in Berlin. www.huntinghigh.de
April 2008: yellowmed.com
Um neue medizinische Geräte wie Computertomographen oder Ultraschallgeräte zu kaufen und verkaufen müssen Ärzte und Gerätehersteller zukünftig nicht mehr auf Messen fahren: Das Internetportal yellowmed.com bietet eine virtuelle Gebraucht- und Neugerätemesse für den Bereich der medizinischen, bildgebenden Diagnostik. Händler können ihre Produkte europaweit und kundengruppenspezifisch anbieten. Zudem sollen zukünftig alle verfügbaren Daten zu einem Gerät zusammengeführt werden und damit das erste umfassende „Geräte-Lexikon“ im medizintechnischen Bereich bilden. Ärzte haben so erstmals die Möglichkeit Produktinnovationen einzelner Geräte schnell und unkompliziert zu erfahren und zu vergleichen.
Die Idee dazu hatten die angehenden Unternehmensgründer Gordon Böhme (27 Jahre), Thomas Krüger (32 Jahre) und Frank Thelemann (30 Jahre) aus Halle. Das Know-how und die nötigen Branchenkenntnis brachte der Kommunikationswissenschaftler Gordon Böhme durch seine Tätigkeit in einem Medizintechnik-Unternehmen der Saale-Region ein. Dabei kam ihm bei internationalen Messe-Auftritten die Idee, Informationsdefizite zwischen Anbietern, Händlern und Kunden in diesem speziellen Bereich mit einem virtuellen Portal zu lösen. Wertvolle Erfahrungen in der langjährigen Führung eines eigenen Unternehmens bringt Thomas Krüger in die Firma yellowmed.com mit ein. Der ausgebildete Bankkaufmann und Betriebswirt ist zuständig für die kaufmännische Betreuung und die Realisierung des Portals in TYPO3. Frank Thelemann ist durch seine umfassenden Kenntnisse verschiedener Programmiersprachen für die Entwicklung und Realisierung des Portals verantwortlich. Noch ist das Internet-Portal zwar nicht online und noch einige Entwicklungsarbeit zu leisten, aber die Gründer sind zuversichtlich, dass das Portal in naher Zukunft an den Start gehen kann. Vor einigen Wochen erhielt das Gründerteam Yellowmed beim "Gründerwettbewerb - Mit Multimedia erfolgreich starten" auf der CeBIT den mit 5.000 Euro dotierten Preis für innovative Unternehmensgründung im IT-Bereich vom Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). In naher Zukunft wollen die drei Köpfe von yellowmed.com durch die Gewinnung weiterer Investoren und Kooperartionspartner im medizinischen Bereich eine GmbH gründen. Live vor Ort kann man das Gründerteam von yellowmed.com auf dem Gründerkongress am 29. und 30. April in Berlin an ihrem eigenen Messestand kennen lernen. http://www.yellowmed.com
Mai 2008: Midilounge
Musik über eine Computer-Umgebung zu erstellen, zu verarbeiten oder aufzunehmen, ist in den meisten Musikstudios heutzutage Normalität. Professionelle Musiker und Produzenten arbeiten mit virtuellen Musikstudios sowie Hardware zum Steuern der Software. Es entstehen stetig neue, komplexe Anwendungen. Für die Hardware-Industrie bedeutet das ein Umdenken bei der Gestaltung des Equipments. Die UNIVATIONS-Gründer von Midilounge beschäftigen sich seit längerer Zeit mit dem „User Interface“ von Musikproduktions- Equipment und -Software. Komplexe Anwendungen werden durch logische, einfache Muster zugänglicher gestaltet und weisen ein neuartiges Bedienkonzept auf.
Momentan arbeitet das Team um Franziska Franke und Sebastian Abel an der Marktreife eines sogenannten MIDI-Controllers, der insbesondere Musiker bei Live-Auftritten unterstützen soll. Die besonderen Bedürfnisse, die mit der Steuerung der Live-Auftritte im Gegensatz zur herkömmlichen Studioarbeit verbunden sind, wurden bei der Gestaltung des Gerätes und der Software berücksichtigt: Der Controller lässt eine besondere Art der Performance zu und sorgt im Zusammenspiel mit der Software für eine unproblematische Steuerung. Im Mittelpunkt des Geschäftskonzepts der Industriedesignerin und des Informatikers steht die Entwicklung innovativer Systeme zur Steuerung von Musik. Ob präzise, impulsiv oder experimentell – die Produkte von Midilounge bieten vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Neben der Entwicklung bühnentauglicher Exklusiv-Produkte kreiert das Team Lifestyle-Produkte für Musikliebhaber. Im Bereich Hardware und Software entstehen neuartige Bedienkonzepte mit dem Fokus auf eine nutzerorientierte Anwendung. Derzeit arbeiten die Gründer, die durch das EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und dem Europäischen Sozialfonds unterstützt werden, an der Fertigstellung ihrer Homepage. Zukünftig können Musiker hier eigene Stücke mit einer Light-Version der Midilounge-Software mixen und remixen und somit einen Vorgeschmack auf das eigentliche Produkt erhalten.
Juni 2008: AWImmoware

- Foto: AWImmoware; Text: J.Ziegler
Immobilienverwaltung online – von überall, direkt, schnell und kostengünstig abwickeln: Ein Traum vieler Eigentümer und kleinerer Hausverwaltungen. Dieser Traum soll mit AWImmoware in ein konkretes Vorhaben umgesetzt werden.
Das ambitionierte Team um den diplomierten Betriebswirt Jens Walther und die beiden Diplom-Wirtschaftsingenieure Ralf Winter und Alexander Wolff wird zukünftig eine internetbasierte Software zur Verfügung stellen, die alle entsprechenden Verwaltungs- und Kommunikationsprozesse online abbilden und dabei Eigentümer, Verwaltung, Mieter und Handwerker gleichermaßen einbeziehen soll.
Es ist geplant, das System als so genanntes „Software-as-a-Service“ (SaaS) zu betreiben, wodurch für die Immobilienverwaltung in erheblichem Maße die Kosten für den technischen Betriebsaufwand reduziert werden können. Für die Nutzung des AWImmoware Online-Verwaltungssystems wiederum werden dem Anwender pro Jahr und Wohneinheit günstige Konditionen angeboten.
Für Eigentümer und kleinere Hausverwaltungen wird es mit der Anwendung der Software nun zum ersten Mal möglich, Immobilien einerseits so professionell wie große Hausverwaltungen, dabei aber trotzdem besonders kostengünstig zu verwalten. Denn für Software, Updates, Hardware, Datensicherung usw. fallen keine Gebühren an. Zusätzlich kann die Transparenz der Verwaltungsprozesse und die Interaktion aller an einer Immobilie Beteiligten durch die direkte Zugriffsmöglichkeit in besonderem Maße gewährleistet werden. Einzige Vorraussetzung für die Nutzung von AWImmoware ist ein PC mit Internetbrowser.
Das junge Gründerteam hat große Pläne für das Jahr 2009. Mit 30 Eigentümern und Hausverwaltungen und insgesamt 12.000 Wohneinheiten soll dann eine entscheidende Betatestphase durchlaufen werden. Dass die Gründungsidee von Jens Walther, Ralf Winter und Alexander Wolff vielversprechendes Potenzial darin besitzt, sich bestenfalls zu einer allgemeinen Branchenlösung in der Immobilienwirtschaft zu entwickeln, sah auch die Jury des Gründerwettbewerbs „Mit Multimedia erfolgreich starten“ und zeichnete AWImmoware im März auf der CeBit 2008 als Preisträger aus. Und die Erfolgsreihe setzt sich fort: Mitte Mai wählten die Internetleser der Financial Times Deutschland AWImmoware zur Gründungsidee der Woche.
Juli 2008: Nimtschke Design

- Foto: M.Vogel, fotosvomfeinsten.de; Text: J.Ziegler
Die Welt für einen Moment bewusst anhalten, sich der Schönheit eines Augenblicks klar werden, kleine Inseln des Glücks im Alltag erzeugen und der Oberflächlichkeit unserer flüchtigen Gesellschaft ein gewisses Kontra bieten – diese rar gewordenen Gefühle möchte Andrea Nimtschke mit Ihren Produkten, die vorwiegend aus den Materialien Keramik, Porzellan und Glas gefertigt werden, getreu der Philosophie „Design with a smile“ neu ermöglichen.
Die hallesche Diplomdesignerin und Absolventin der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle ist nicht nur in Deutschland auf diversen großen Messen unterwegs, sondern weltweit. So hat sie unter anderem bereits in England, Frankreich und der Tschechei an Ausstellungen teilgenommen, ist im Jahr 2007 in Frankfurt auf der Messe „Ambiente“ als eine von 20 internationalen „Talents“ ausgezeichnet worden und hat im gleichen Jahr den zweiten Platz beim IQ Innovationspreis Mitteldeutschland im Cluster Ernährungswirtschaft belegt.
Beispielhaft für das Nimtschke Design ist die Idee der „Cioccolina-Tasse“. Sie repräsentiert das charakteristische Konzept der Designerin, das in einer funktionalen und klaren Formsprache gepaart mit einer Mischung aus Herz und Humor besteht: Die Besonderheit der „Cioccolina-Tasse“ besteht in einem spiegelverkehrt gedruckten Spruch auf der Tasse und dessen lesbarer Spiegelung in der Spiegelfläche der Untertasse. Diese Design-Idee soll im Betrachter unwillkürlich das von Nimtschke so genannte „Bewusstsein für den Moment“ bilden. Die Tasse bekommt damit eine außergewöhnliche Wirkung, eine Persönlichkeit: Sie erzeugt Gefühl.
Andrea Nimtschkes bisherige Erfolgsgeschichte in den Bereichen Produkt-, aber auch Grafikdesign ist neben ihrer überdurchschnittlichen Kreativität sicherlich auch im ununterbrochenen Engagement der 27-jährigen begründet, was die zahlreichen praktischen Erfahrungen bereits während Ihrer Studienzeit aber auch die dauerhafte umsichtige Bemühung zur weltweiten Ausstellung und Präsentation Ihrer Produkte beweisen. Inzwischen konnte sie bereits erfolgreich einige Projekte mit namhaften Firmen wie zum Beispiel WMF und der Arzberg Porzellan GmbH starten.
August 2008: [dore]

- Foto: A.Stetter, [dore]; Text: J.Ziegler
Ihnen steigt ein Duft in die Nase, Sie schließen Ihre Augen…Bilder erscheinen in Ihrem Bewusstsein, die Sie an einen bestimmten, besonders schönen Augenblick ihres Lebens erinnern…Sie fühlen sich in die Situation zurückversetzt und schwelgen in Erinnerungen.
Jeder kennt diese Momente, in denen sich Gerüche mit Ereignissen und Gefühlen verbinden. Die tatsächliche Bedeutung des Geruchsinns für emotionale Zustände, psychische Prozesse oder Verhaltensmuster – und damit seine direkte Wirkung auf das Unterbewusstsein werden dennoch gemeinhin eher unterschätzt. Gabi Ritter und Alexander Stetter vom Gründungsprojekt [dore] wollen mit ihrer Gründungsidee genau hier ansetzen. Die beiden Diplom-Designer und Absolventen der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design Halle (Saale), machen sich dabei eine neuartige Technologie zu nutze, welche die höchst emotional belegten Lifestyle-Bereiche Duft und Schmuck auf innovative Art und Weise vereinen wird.
Mit Hilfe des Duftschmucks können selbst erwählte Gerüche durch gezielt gesteuerte Individualbeduftung an Tagesbegebenheiten und emotionale Zustände angepasst werden. Auch Konditionierungsprozesse sowie Therapie-, Lern- und Motivationsprozesse können hierdurch unterstützt werden.
Gegenwärtig beschäftigt sich das junge Gründerteam damit, verschiedene Schmuckkollektionen zu konzipieren, zu gestalten und umzusetzen. In naher Zukunft werden sie ihren Kunden eine interessante wie abwechslungsreiche Produktpalette anbieten können.
September 2008: André Cierpinski - Mitteldeutsche Marathon GmbH

- Foto: M.Vogel, fotosvomfeinsten.de; Text: J.Ziegler
…und los! Das Herz schlägt schneller, die Armbewegung gibt den Takt an. Bis sich die Traube der Läufer ein wenig lichtet, müssen erst einmal ein paar Meter gelaufen sein. Bald findet sich die kreative Mitte, die Beine laufen von allein. Gedanken drehen ihre Runden oder ruhen sich auf der Ersatzbank aus. Durchhalten! Bald ist das Ziel ganz nah: Der Ehrgeiz keimt noch einmal auf, die letzten Kraftreserven werden tröpfchenweise zusammengesaugt, der Beifall spornt die müden Beine an. Die Ziellinie! Das Herz springt gen Himmel: Geschafft!
Marathon zu laufen ist ein besonderes Ereignis – gemeinsam ein Ziel erreichen, Grenzen fühlen, Bestleistungen bringen – André Cierpinski, seit April 2008 Geschäftsführer der Mitteldeutschen Marathon GmbH, ist sich dieser Bedeutung besonders bewusst. Bei ihm steht der Laufsport in Familientradition: Sein Vater Waldemar Cierpinski holte als Marathonläufer zweimal olympisches Gold und initiierte den jährlichen Lauf im Jahr 2002. Und auch Bruder Falk Cierpinski ist erfolgreicher Marathonläufer.
Wichtig ist André Cierpinski, der als diplomierter Wirtschaftsinformatiker dem inzwischen 7. Mitteldeutschen Marathon auch zu einer effizienteren und damit besonders erfolgreichen Marketingstruktur verholfen hat, vor allem auch die Festigung des mitteldeutschen Gedankens und eine Stärkung der regionalen Laufszene. So lockt er zum 7. September 2008 im Rahmen des Programms auch viele norddeutsche Läufer zum Halbmarathon durch die schönsten Ecken von Halle – um Begeisterung für seine Saalestadt zu wecken. Er steckt viel Herzblut und Zeit in ein engagiertes Projekt, was sich finanziell eher in die Kategorie Ehrenamt einordnen lässt: „Leben könnte ich davon aber nicht“, so André Cierpinski. Sein Brot verdient der erfolgreiche Gründer als selbstständiger IT-Unternehmensberater.
Oktober 2008: Monkeyhead Studio GmbH

- Foto: M.Vogel, fotosvomfeinsten.de; Text: J.Ziegler
Bei der Beschreibung „Affenbande“ mag man möglicherweise zuerst an kleine, fröhlich herumspringende Äffchen denken, die Viele regelmäßig in Begeisterungsstürme ausbrechen lassen – wahrscheinlich jedoch nicht unmittelbar an ein Gründerteam aus der Branche PC- und Konsolenspielentwicklung. Tatsächlich aber passt diese Beschreibung ganz wunderbar auf das ambitionierte, derzeit siebenköpfige Team der Monkeyhead Studio GmbH aus Halle mit seinen beiden herausragenden Gründerpersönlichkeiten, Diplomdesigner Peter Hann und Designstudent Bela Baumgardt.
Mit ihrer Gründung im Mai 2008 haben sich die Beiden auf die PC- und Konsolenspieleentwicklung mit besonderem Schwerpunkt im Bereich gestalterisches und konzeptionelles Design spezialisiert: „Dies unterscheidet uns von vielen Entwicklern, die vornehmlich auf Technologie als Markenzeichen setzen. Für uns stehen Game-Konzept und Style eindeutig im Vordergrund und die Technologie ist hierbei Mittel zum Zweck – nicht Dogma“, kommentiert Diplomdesigner Peter Hann, der bereits mehrere Projekte im professionellen Umfeld der Spieleentwicklung erfolgreich mitgestalten konnte und damit schnell zu den Aufsteigern der Branche zählte.
Als Geschäftsführer legt er gemeinsam mit Art Director Bela Baumgardt vor allem Wert auf ästhetische Bilder, die „der ganzen Familie Spaß machen, die begeistern, sei es für einen kurzen Moment zwischendurch oder für ein paar Stunden – die also viel mehr darstellen, als die Summe ihrer Entwicklungsabschnitte“. Ihr Anspruch liegt damit weit entfernt von Spielhandlungen, bei denen Gewalt oder Aggressionen im Vordergrund stehen. Die „Affenbande“ eben. Sie vertritt eine ambitionierte Haltung in einer Spiele-Szene, die gerade im Action-Genre sehr oft von „anderen Bildern“ dominiert wird.
Dass sie Erfolg mit ihrem Anspruch und ihrem Mut zum Anderssein haben, beweist die durchweg positive Resonanz aus dem internationalen Producer- und Publisherumfeld. Das macht Lust auf mehr.
November 2008: aromicon GmbH

- Foto: M.Vogel, fotosvomfeinsten.de; Text: J.Ziegler
Sie sind auf der Suche nach einem besonderen Wein und werden in einem Internetshop fündig: Der Name und seine Herkunft versprechen schon einmal viel. Wer sagt Ihnen jedoch, ob der teure Tropfen dem gewünschten Geschmack entspricht? Wegen der fehlenden Möglichkeit probieren zu können, kaufen Sie den Wein schließlich doch nicht. Daniel Ackermann und Alf Jahn hatten hierzu den passenden Einfall: Sie wollten versuchen, Geschmacksrichtungen von Weinen mit Bildern aus der Welt des Sehens zu beschreiben: „Ein Wein schmeckt zuerst nach Wein, daneben kommen aber auch feine Nuancen zum Vorschein wie zum Beispiel Pfirsich, Mirabelle, Stachelbeere oder auch Moos, Mandeln, Honigmelone oder viele andere mehr. Hier kann man sich die besondere Eigenschaft der menschlichen Wahrnehmung zunutze machen, dass Früchte in uns eine Geschmacksvorstellung und ein Bild wachrufen“, erklärt Daniel Ackermann. Die Idee des weltweit einmaligen Verfahrens der Virtuellen Weinverkostung war geboren.
Einige Jahre feilten die beiden Querdenker in ihrem Designbüro caragu an ihrer Idee, ließen sie 2005 patentieren. Zahlreiche Preise, wie zum Beispiel der Hauptpreis im Gründerwettbewerb „Mit Multimedia erfolgreich starten“ im Jahr 2005 und der IQ Innovationspreis Mitteldeutschland im Jahr 2006, belohnten den Ehrgeiz und die langfristigen, unerschöpflichen Bemühungen. Auch das damals noch junge Gründernetzwerk UNIVATIONS unterstützte und begleitete das Team auf seinem erfolgreichen Weg: Unter dem Arbeitstitel Wein-X konnte die Idee im Rahmen des „Exist-Gründerstipendiums“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und die Europäische Union gefördert werden.
Im September gründeten Daniel Ackermann und Alf Jahn schließlich die aromicon GmbH. Mit der kürzlich erfolgten Freischaltung ihrer Webseite – des ersten Weinportals, das Geschmack sichtbar macht – erreichte aromicon ein wichtiges Ziel. Zum jetzigen Zeitpunkt können hier bereits über 1.000 verschiedene Weine zum „visuell-geschmacklichen Ausprobieren“ und Kennenlernen angeboten werden. Und auch der Spaß kommt dabei nicht zu kurz.
Die Ziele der jungen Gründer sind nun neben einer Marktetablierung auch die Erweiterung des Weinangebots und der momentan verfügbaren Funktionen, „damit wir den Weingeschmack möglichst ganzheitlich sicht-, und damit erlebbar machen können“, erklärt Alf Jahn. Der alte Spruch „Was lange währt, wird meistens gut“ scheint einmal mehr bestätigt: Experten für ihr eigenes Geschäft sind Alf Jahn und Daniel Ackermann nach vier Jahren Entwicklungszeit ebenso geworden wie ein starkes Team. Die erfolgreiche Bewältigung des gemeinsamen, hindernisreichen Weges zur Gründung lässt sie heute neuen Herausforderungen entspannt und selbstbewusst entgegen blicken. www.aromicon.de
Dezember 2008: Burg Designshop

- Foto: M.Vogel, fotosvomfeinsten.de; Text: J.Ziegler
„10 Liter Design" lautet der ungewöhnliche Beiname des Burg Designshops. Präsentiert werden die in den seltensten Fällen flüssigen Designprodukte in beleuchteten Eimern, die in eine weiße schräg gestellte Wand eingelassen werden. Eine optische Formgebung, die zum präsentierten Inhalt kontrastreicher nicht sein könnte. Mit Hilfe dieses innovativen Konzepts werden Produktentwürfe von jungen Studenten und Absolventen der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design auf besonders originelle Weise zum Verkauf angeboten.
Als Pioniere der ersten Stunde lassen sich hierbei neben den Initiatoren Professor Guido Englich und Professor Klaus Michel, auch Robert Haslbeck sowie David und Ilja Oelschlägel beschreiben. Seit Projektbeginn im Sommersemester 2005 begleiten und unterstützen sie die Entwicklung der Idee: „Das Konzept des Designshops entstand aus einem Projekt, an dem unter anderem ich, Ilja, Robert und 15 weitere Studenten aus den Fachgebieten Industriedesign und Innenarchitektur beteiligt waren.", erklärt David Oelschlägel. Ziel war es dabei, eine Art „Außenschaufenster der Hochschule" zu kreieren, durch das nicht nur der Design-Standort Halle, sondern auch ein Netzwerk aus Designern, Herstellern und Produzenten gefördert werden sollte. „Der Shoparchitektur-Entwurf von Corina Forthuber wurde schließlich umgesetzt.", so Oelschlägel weiter, der gemeinsam mit seinem Bruder Ilja und seinem Kommilitonen Robert Haslbeck heute maßgeblich an der Weiterentwicklung der Idee beteiligt ist: „Wir wollen innerhalb der nächsten Jahre eine professionelle Plattform für den Vertrieb der Produkte schaffen. Dazu sind bei größeren Stückzahlen zum Einen gute Kontakte zu Herstellern und Produzenten unabkömmlich, zum Anderen ist die Etablierung eines Onlineshops eines unserer langfristigen wichtigen Ziele.", so Ilja Oelschlägel.
Beliebt und begehrt sind die Produkte schon jetzt – und seit geraumer Zeit auch mobil: Die Aktion „burg designshop on tour" ergänzt das innovative Konzept, indem auch an ungewöhnlichen Orten oder auf Fachmessen eine ansprechende Präsentation der Produkte möglich wird.
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